Vampires de Paris
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Nächtliche Begegnungen ~ 13.07. ~ ab 21.00 Uhr

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Beitrag  Lionel de Cherzny-Dinan Fr Aug 22, 2008 6:11 pm

Wie Lionel vermutet hatte, war der Park auch nach Sonnenuntergang noch gut besucht. Wobei, der Sonnenuntergang lag erst wenige Minuten zurück und vermutlich würden die meisten der Herumflanierenden bald den warmen, heimischen Salon aufsuchen, um noch zu lesen oder eine Partie Karten zu spielen. Die jüngeren Damen von Wohlstand, die noch im Park waren, wurden sicherlich von ihrer Erzieherinnen und Gouvernanten schon am Parktor erwartet, würden dort ihre Galane verlassen. Diese suchten vielleicht noch einen der zahlreichen Herrenclubs auf, oder der eine oder andere vielleicht auch ein Bordell, solange seine Liebste noch nicht den Klauen ihrer Familie entrissen war..
Doch im Moment waren noch jede Menge Leute unterwegs und im grauen Licht der beginnenden Dämmerung betrachtete Lionel auf seinem Weg zum ausgemachten Treffpunkt aufmerksam die Menschen, die seinen Weg kreuzten.
Viele der Parkbesucher waren zu zweit unterwegs, meistens ein Herr und eine Dame. Die farbenprächtigen Kleider der jungen Frauen wirkten im Dämmerlicht weniger prunkvoll, doch immer noch verbreiteten sie den Eindruck von Reichtum und Wohlstand. Samt, Seide, Brokat - vermutlich jede Art von Stoff war hier verarbeitet worden, solange sie nur teuer genug war. Die Haare der Damen waren in kunstvollen Frisuren hochgesteckt und Lionel vermutete, dass die wie zufällig heraushängenden Löckchen keineswegs einem Zufall entprungen waren. Manche der Damen verzichteten jedoch auf die Haarlocken, um Aufmerksamkeit zu erregen und hatten sich stattdessen für ein kleines Federgesteck oder einen Hut im Haar entschieden. Doch auch die Herren ließen sich nicht lumpen. Maßgeschneiderte Anzüge in Schwarz, Grau und Braun, die aufsehenerregenden Farben überließ man lieber der Damenwelt.
So hielt es auch Lionel. Der lange, schwarze Umhang, sonst sein ständiger Begleiter, hatte heute das Stadthaus nicht verlassen dürfen und seinen Platz einem etwa knielangen schwarzen Gehrock überlassen müssen, den er über einer dezenten Weste und einem weißen Hemd trug. Doch auch ohne den Mantel zog Lionel mit seinem langen, silbernen Haar genügend Blicke auf sich.
Zielstrebig, aber ohne Eile war Lionel auf dem Weg zum Ostufer des Lac Supérieur.
Dort angekommen entdeckten Lionels scharfe Augen bald eine leere Bank, auf der er sich niederließ, während er auf seine Tochter wartete.
Während der verstreichenden Minuten vertrieb er sich die Zeit damit, ab und an einen Blick auf die kleine Taschenuhr, die mit einer silbernen Kette an seiner Weste befestigt war und dort in einer aufgesetzten Tasche aufbewahrt wurde, zu werfen und das Wasser des Sees zu betrachten.
Die Wasseroberfläche war nicht glatt wie ein Spiegel, sondern wurde immer wieder durch auftauchende Wassertiere oder Steine, die die noch herumspringenden Kinder hineinwarfen, in Bewegung versetzt, so dass sich das wenige Licht in der Oberfläche brach und Lichtreflexe erzeugte.
Lionel de Cherzny-Dinan
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Beitrag  Natalja Nikolajewna Fr Aug 22, 2008 6:58 pm

Natalja hatte lange mit sich gerungen, ob sie wirklich hingehen sollte.
Es fiel ihr unsagbar schwer, ihr Misstrauen zu besänftigen, das sich im Gegenteil sogar etwas gesteigert hatte. Beinahe wäre sie tatsächlich in ihrem Zimmer geblieben und hätte den Abend verstreichen lassen so wie den restlichen Tag.
Aber schlussendlich hatte sich in ihrem Inneren die Neugierde mit der Langeweile zusammen getan. Dies hatte trotz aller Bedenken am Ende dafür gesorgt, dass sie sich für einen Spaziergang bereit gemacht hatte.
Dann hatte sie noch einmal gezögert, war in ihrem einfachen Straßenkleid auf ihrem Bett gesessen und hatte überlegt, ob sie nicht lieber einen Rückzieher machen sollte.
Schließlich hatte sie sich allerdings einen Ruck gegeben und ihr Zimmer verlassen.
Das Schließen der Tür hatte wie ein Schlussstrich ihrem Zögern gegenüber gewirkt und danach hatte sie sich nicht mehr umgewandt.
Zwar hatte sie einen mehr als misstrauischen sowie missbilligenden Blick von der Herbergsbesitzerin hinter der Rezeption zugeworfen bekommen, ihn jedoch bewusst ignoriert und auch nichts Erklärendes gesagt. Wozu auch? Sie war ihr keine Rechenschaft schuldig!
Und nun war sie hier, im Bois de Boulogne und sich nicht ganz sicher, wo der Treffpunkt zu finden sei.
Die Sonne war bereits untergegangen, noch nicht vor langer Zeit, aber ausreichend genug, um ihre Suche zu erschweren. Der Ort hier war schön und sie hätte auch gerne bei Tageslicht einen ausgiebigen Spaziergang hier gemacht, doch jetzt musste sie erst einmal den See finden.
Das war nicht sonderlich schwer, das stimmte schon. Dafür die richtige Himmelsrichtung zu erfahren umso mehr, um dann zu der vereinbarten Stelle zu gelangen, entpuppte sich als viel schwerer.
Die Laternen, die in regelmäßigen Abstand hier aufgestellt worden waren, spendeten zwar Licht, ausreichend war es allerdings nicht so sehr wie das von der Sonne.
Noch dazu wusste die Tänzerin nicht, wen sie ansprechen und um Hilfe bei der Orientierung bitten könnte. Die wenigen Kinder hier waren mit sich selbst beschäftigt, während es kaum einen erwachsenen Menschen gab, der nicht in Begleitung gewesen war. Diese Pärchen wollte und konnte sie erst recht nicht anreden.
Was also sollte sie tun?
Unsicher blieb sie am Ufer des Sees stehen und sah sich suchend um.
Immer weniger Leute gingen an ihr vorbei und die Zeit schritt unaufhaltsam voran.
Obwohl ihre Augen relativ scharf waren, zumindest stärker als die von Ronja, wie sie in all den Jahren immer wieder heraus gerfunden hatten, war es ihr nicht möglich, Monsieur de Cherzny-Dinan zu entdecken.
Es war wie verhext! Als hätte er sich mit den Schatten zusammen getan, um sie zur Närrin zu machen.
Wut über sich selbst stieg in ihr hoch. Sie hatte es gewusst! Es war absolut keine gute Idee gewesen, tatsächlich hier her zu kommen. Viel besser wäre es gewesen, sie hätte den Abend in ihrem Zimmer verbracht und versucht, die Begegnung in der gestrigen Nacht zu vergessen. Aber nein, sie war ja so dumm gewesen und in den Bois de Boulogne gegangen.
Nun stand sie hier und wusste nicht, was sie tun, geschweige denn, wohin sie gehen sollte, um zu dem Treffpunkt zu gelangen.
Wie spät war es überhaupt? Natalja hatte keine Uhr bei sich und hätte diese wohl auch nur schwer lesen können, denn es fehlte ihr die Übung darin.
Zwar hatte ihr Adrienne das Ziffernblatt mit dessen Bedeutung erklärt, jedoch hatte sie selten davon Gebrauch machen müssen. Die Gruppe war stets größtenteils geschlossen zum Theater aufgebrochen, egal, in welcher Stadt sie sich befunden hatten. Außerdem waren sie meist ohnehin Stunden zu früh an ihrem Ziel angelangt, um noch in Ruhe üben und sich herrichten zu können. Und Verabredungen, wie diese hier, hatte sie bisher noch keine gehabt.
Die Tänzerin presste die Lippen fest aufeinander, um ihren eigenen Unmut zu unterdrücken und sah sich noch einmal langsam, suchend um und versuchte, jeden Schatten zu erspähen.
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Beitrag  Lionel de Cherzny-Dinan Fr Aug 22, 2008 8:44 pm

Langsam begann sich der Park, wie Lionel es vorausgeahnt hatte, zu leeren. Auch das Pärchen, das bis gerade eben Händchen haltend und zärtlich küssend auf der Nachbarbank gesessen war, hatte sich erhoben und war von dannen spaziert.
Nun war er, abgesehen von zwei, drei Pärchen und ein paar verstreuten Nachtschwärmern auf der Uferpromenade des Lac Supérieur allein, zur Zeit seine bevorzugte Gesellschaftsform. Wenn er allein war, musste er sich keine Mühe geben, sich zu verstellen, Ausreden zu erfinden oder sein wahres Wesen verschleiern. All dies war für einen Vampir, der unter Menschen lebte, unerlässlich und Lionel hatte sich daran gewöhnt, doch es war ihm immer noch lästig. Eine lästige Gewohnheit, eben.
Im Fall Natalja Nikolajewna allerdings nahm er diese Bürden gerne auf sich, wenn er sie im Gegenzug dazu vor dem Wissen um den Vampirismus und ganz speziell seinen Vampirismus bewahren konnte. Dass er ihr irgendwann in naher oder auch fernerer Zukunft mitteilen musste, dass sie seine Tochter war, damit hatte er sich arrangiert und er fand es auch irgendwie angebracht. Schließlich wäre es nicht gerecht, dem Mädchen seine Abstammung und das, was von ihrer Familie noch übrig war, vorzuenthalten. Ihr allerdings zusätzlich noch die Information zukommen zu lassen, dass ihr Vater sich von Blut ernährte, war für ihn nicht zur Debatte. Vermutlich zerstörte er das Bild ihrer Welt schon genug, wenn er ihr die Verwandschaft offenbarte und über Vampire musste und brauchte sie nichts zu wissen. [noch nicht^^]
Lionels Blick streifte über die ihn umgebende Landschaft. Der Park war wie immer gepflegt und erhielt sich auch bei hereinbrechender Dunkelheit seinen Charme und seine angenehme Atmosphäre. Gerade beschäftigten sich seine Augen mit dem weißen Blatt einer Seerose am anderen Ufer, auf die Entfernung hin für einen Menschen kaum mehr zu erkennen, doch für ihn glasklar, als etwas im Sichtfeld seines Augenwinkels regte. Bei näherer Betrachtung stellte es sich als eine junge Frau, Natalja Nikolajewna heraus.
Erfreut registrierte er, dass sie ihr Misstrauen offenbar weitgehend überwunden hatte und die Absicht hatte, das Treffen wahrzunehmen.
Mit einer fließenden Bewegung verstaute er die silberne Taschenuhr in der dafür vorgesehenen Westentasche und erhob sich. Denn da sie einen recht orientierungslosen Eindruck machte, hatte er beschlossen, ihr entgegen zu gehen, zumal sie keinen wirklichen Treffpunkt ausgemacht hatten.
Nach wenigen Augenblicken hatte er sie erreicht.
"Bonsoir, Mademoiselle Nikolajewna. Es freut mich wirklich über die Maßen, dass Sie sich dazu entschlossen haben, das Treffen stattfinden zu lassen.."
Mit einem freundlichen und einladenden Ton sprach er die junge Frau an.
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Beitrag  Natalja Nikolajewna Fr Aug 22, 2008 8:59 pm

Diese jedoch war tief in ihren Gedanken versunken gewesen, während sie sich umgesehen hatte, sodass sie nun erschrak. Leicht zuckte sie dabei zusammen und machte instinktiv eine Vierteldrehung.
An sie heran getreten war ein groß gewachsener Mann, den sie eigentlich erwartet hatte.
Dennoch benötigte sie einige Sekunden, um ihr schnell schlagendes Herz wieder beruhigen zu können. "Monsieur de Cherzny-Dinan! Haben Sie mich aber erschreckt!", stieß sie rein automatisch aus.
Flüchtig wollte sich das Misstrauen erneut in ihr zu regen begonnen, allerdings unterdrückte sie es ebenso hastig wieder. Somit war ihr Ton bei weitem nicht so ernst und scheltend, wie sie es bei anderen Personen getan hätte, sondern beinahe schon freundlich.
Trotzdem durfte sie nicht vergessen, dass sie mit einem Adeligen sprach. Sie stand weit unter ihm und hatte kein Recht, ihn direkt auf Fehler oder sonstige unangenehme Dinge hinzuweisen.
Deswegen wollte sie ihren kleinen Fauxpas rasch vergessen machen und zwang sich zu einem Lächeln sowie einem Knicks, selbstverständlich in Ballerina-Art.
Dabei musterte sie ihn flüchtig und stellte fest, dass er außer diesem reinweißen Hemd ein weiteres Mal lediglich dunkle Farben trug. Anscheinend bevorzugte er diese.
Ob das einen Grund hatte oder nicht mehr als eine reine Vorliebe war?
Darüber konnte sie sich ein andermal Gedanken machen, nun aber musste sie ihm antworten. Das gebot allein schon die Höflichkeit, abgesehen davon, dass sie sich bewusst mit ihm getroffen hatte.
"Bonsoir, Monsieur de Cherzny-Dinan." Mit Absicht erwähnte sie ein zweites Mal seinen Namen, als hätte es ihre vorherige Bemerkung gar nicht gegeben. "Ich hoffe, es geht Ihnen gut und Sie haben nicht zu lange warten müssen." Es war eine reine Floskel und es fiel ihr nicht ganz leicht, sie nach mehr als das klingen zu lassen.
Denn es war für sie ein wenig schwer, ein Gespräch in Gang zu bringen. Worüber hätte sie schließlich auch reden können?
Außer seinem Namen und dass er adelig war, wusste sie schließlich nichts über ihn! Welches Thema sollte sie demnach wählen? Und wie könnte sie ihm ihre Fragen stellen, wenn er doch so weit über ihr in der Gesellschaft jeden Landes stand?
Es war beinahe zum Verzweifeln!
Erneut war sie der Überzeugung nahe, sie hätte gar nicht erst hier her kommen sollen.
Ein bisschen unschlüssig sah sie sich um und bemerkte, dass sie inzwischen beinahe vollkommen alleine waren.
Was sollte sie tun?
Die alte Unsicherheit kehrte zurück und ließ sie vorerst stumm bleiben, um abzuwarten, wie ihr Gegenüber reagierte.
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Beitrag  Lionel de Cherzny-Dinan Fr Aug 22, 2008 9:46 pm

Er hatte nicht beabsichtig, sie mit seinem Erscheinen zu erschrecken, doch kurzzeitig war ihm entfallen, dass er sich, wieder eine seiner Eigenschaften, die er schon vor seiner zweiten Geburt gehabt hatte, unnatürlich leise bewegte. Er machte das nicht absichtlich oder mit Hintergedanken, es war einfach so und außerdem verabscheute er es, wenn sie eine Person trampelnd, keuchend und stampfend näherte, so dass feine Ohren sie schon aus hundert Metern Entfernung hörten. Höflich entschuldigte er sich : "Bitte verzeihen Sie mir, dies war nicht meine Absicht.."
Natalja trug ein schlichtes, braunes Kleid, das aus einem einfachen Stoff gefertigt war und keinerlei Verzierungen aufwies. Das Haar, das im Dämmerlicht sehr dunkel wirkte, war im Nacken zusammengesteckt. Alles in allem war ihr Äußeres wesentlich schlichter als das der Damen, die noch bis vor wenigen Minuten hier herumflaniert waren. Keine Edelsteine, keine Perlen...
Auch Inna hatte selten Schmuck und schöne Kleider getragen, etwas, das immer mal wieder zu Streit zwischen ihnen geführt hatte. Er erinnerte sich noch gut an seine Enttäuschung und seinen Zorn, als sie sich geweigert hatte, das burgungerfarbene Seidenkleid und den dazu passenden Schmuck, sein Weihnachtsgeschenk an sie, zu tragen. Das Kleid verließ den Schrank und das Rubin-Collier mit passenden Ohrringen seine mit schwarzem Samt ausgekleidete Schachtel niemals, weil Inna der Ansicht war, sie sei eine einfache Frau und es stünde ihr nicht gut zu Gesicht, in solchem Prunk herumzulaufen. Lionels Reaktion darauf war vermutlich ein wenig heftig gewesen, denn als Inna die verkohlten Überreste des Kleides im Kamin entdeckte, war sie genauso wenig wie er bereit gewesen, den Streit beizulegen. Es hatte mehrere Tage gedauert, ehe Lionel sich dazu durchgerungen hatte, über seinen Schatten zu springen und den Zwist mit seiner Geliebten zu beenden.
Das Collier und die Rubin-Ohrringe hatten jedoch nicht den Besitzer gewechselt und befanden sich immer noch in Lionels Besitz. Er gestattete sich kurz die Vorstellung, die kostbaren Schmuckstücke an seiner Tochter zu sehen. Die Ohrringe würden ihren schlanken Hals hervorragend zur Geltung bringen, ebenso wie das schmale Collier, dessen blutrote Steine mit glitzernden Brillanten und Silber eingefasst waren. [passend zum Kleid^^]
Doch er wusste, dass er sie ihr (noch) nicht schenken konnte. Ein solches Geschenk würde erneut ihr Misstrauen wecken und gerade das wollte er tunlichst vermeiden.
Aus diesem Grund ging er rasch auf ihre Gesprächseröffnung ein.
"Nein, auch ich bin erst seit wenigen Minuten hier."
Er hatte wieder die Sprache gewechselt und war ins Russische übergegangen.
"Wollen wir ein paar Schritte gehen ?"
Wie am gestrigen Tag bot er ihr höflich den Arm und fuhr dann fort : "Sie sagten mir das letze Mal, Sie würden beim Ballett arbeiten...Sind Sie eines Engagements wegen in Paris, wenn ich fragen darf?"
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Beitrag  Natalja Nikolajewna Sa Aug 23, 2008 12:27 am

Es erleichterte Natalja sehr, als er nicht näher auf ihre Zurechtweisung einging und sich nach seiner Entschuldigung dem anderen Gesprächsthema zuwandte, wobei dieses ja nicht mehr als eine Floskel gewesen war. Dass er dabei auch noch russisch sprach, zauberte ein feines, ehrliches Lächeln auf ihre Lippen.
Angeblich war er noch nicht lange hier, aber es war nun unwichtig, denn selbst wenn es eine Lüge gewesen wäre, sie hatte sich schließlich das Recht ausgehandelt, ob sie erschien oder nicht.
So willigte sie auch gerne in seine Einladung ein und schaffte es sogar, genügend Mut aufzubringen, um sich bei ihm unter zu haken, wie er es ihr anbot.
"Gerne, dafür sind wir doch hier, nicht wahr?", meinte sie mit einem Mal viel freundlicher und vor allem in ihrer Muttersprache.
Es war ein wahrer Genuss für ihre Ohren, endlich mal wieder das Russische verwenden und damit rechnen zu können, mit demselben Wortklang eine Erwiderung zu erhalten. Zwar hatte sie auch immer Französisch mit Adrienne sprechen müssen, obwohl diese durchaus die Muttersprache ihrer Gruppe gekonnt hatte, jedoch hatte sie da auch noch Ronja um sich gehabt, mit der sie sich natürlich anders unterhalten hatte.
Nun, wo sie alleine in Frankreich war, hatte sie den Klang zu vermissen begonnen und war nun umso froher, dass sie ihn wieder hören durfte.
Seine Frage zeugte vom Interesse an ihr und das schmeichelte ihr selbstverständlich. Doch die junge Frau wollte es sich nicht eingestehen und schon gar nicht anmerken lassen.
Das fiel ihr auch nicht sonderlich schwer, denn das Thema lag ihr, war tief in ihrem Herzen mit einer einzigartigen Leidenschaft verwurzelt. Gleichzeitig aber wurde auch ihre Sehnsucht danach, endlich wieder tanzen zu können, damit geweckt.
Jedoch bemühte sie sich, diese nicht zu übermächtig werden zu lassen. Sie würde später sich damit beschäftigen können und höchstwahrscheinlich noch ein wenig üben vor dem Schlafen gehen.
Das hatte sie in letzter Zeit öfters gemacht, allerdings war es natürlich kein Ersatz für ihre Auftritte als Prima Ballerina.
Da machte Natalja einen weiteren Schritt und kam unabsichtlich ein Stück weit näher an den Monsieur heran, was sich auf die Berührung an ihrem Unterarm auswirkte und sie zurück in die Wirklichkeit holte.
Sie schuldete ihm noch eine Antwort, natürlich, wie hatte sie das nur vergessen können! Mal wieder war sie in ihren Gedanken versunken.
Warum lernte sie es nicht endlich? Nun ja, auch damit würde sie sich später befassen.
So schob sie diese Überlegungen endgültig beiseite und erwiderte mit einem Zug des Bedauerns im Gesicht, denn ihr fehlte die Bühne:"Ursprünglich war ich hier mit der Tanzgruppe, in der ich integriert bin, aufgrund meiner Rolle im Schwanensee. Wir spielten einige Abende lang in der Pariser Oper! Doch jetzt verlebe ich noch einige Tage privat in dieser schönen Stadt und werde dann zurück nach Moskau gehen, denke ich, wo weitere Engagements auf mich warten." Sie hielt es bewusst mit der Ehrlichkeit und eröffnete trotzdem nicht jede Einzelheit.
So würde sie nicht riskieren, sich in irgendetwas zu verstricken. Denn noch wusste sie nicht, wie lange der Kontakt mit dem Monsieur andauern würde.
Jetzt allerdings konnte sie den Spieß umdrehen, denn das Gesprächsthema hatte sie an etwas erinnert. "Sie wollten mir doch von einem Ballett erzählen, dessen Titel mir nichts sagte. Ich finde, nun wäre ein geeigneter Zeitpunkt!"
Die Tänzerin bemühte sich um einen fröhlichen Tonfall, um ihn weder zu langweilen, noch ihre Gedanken auch nur im Ansatz verraten zu können.
Hoffentlich gelang es ihr auch!
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Beitrag  Lionel de Cherzny-Dinan Sa Aug 23, 2008 2:51 pm

Allmählich schien Natalja Nikolajewna sich ein wenig zu entspannen und ihr Misstrauen ein bisschen fallen zu lassen, worüber Lionel sich sehr freute. Den Abend an der Seite einer zutiefst argwöhnischen und angespannten Person zu verbringen, war für beide [Parteien^^] kein Spaß und bot auch nicht sehr viel Raum für eine entspannte und informative Konversation, wie sie für den heutigen Abend geplant war.
Man merkte ihrer Stimme an, dass ihr das Russische ein Gefühl von Sicherheit vermittelte und das sie sich ihrer Muttersprache wesentlich lieber bediente, als des Französischen. Lionel konnte das verstehen. Für ihn war Russisch über die Jahre zu seiner Lieblingssprache geworden, obwohl es sich ja bei seiner eigentlichen Muttersprache um Französisch handelte. Doch eine richtige Muttersprache gab es für ihn eigentlich gar nicht mehr, er verwendete, abgesehen von Griechisch und Kroatisch alle die Sprachen, die er beherrschte, als würde er sie schon von Geburt an lernen. Die Eigenschaft der raschen Auffassungsgabe, wieder zurückzuführen auf den Kuss Jades, war auch davor schon vorhanden gewesen, doch nicht in diesem Ausmaß.
Aufmerksam lauschte er ihrer angenehmen Stimme und ihren Worten.
Schwanensee! Er hatte das Ballett bereits mehrere Male gesehen, unter anderem in Wien, Berlin und Moskau, doch am meisten zugesagt hatte ihm natürlich die Aufführung hier in Paris, die er erst vor kurzem besucht hatte, mit Natalja in der Hauptrolle.
Ganz besonders beeindruckt hatte ihn am Schluss der tragische Tod, den sie sowohl tänzerisch, als auch schauspielerisch hervorragend dargestelllt hatte und neben dem die Leistung der anderen Tänzer ein wenig verblasste. Den ergriffenen Mienen und teilweise auch verräterisch glitzernden Augen der anderen Zuschauer nach zu schließen, hatten diese Nataljas Leistung ebenso zu würdigen gewusst wie er.
Ihre Worten verlangten nicht nach einer Antwort und so legten sie ein, zwei Schritte schweigend zurück, ehe Natalja weitersprach.
Die Geschöpfe des Prometheus - die Erinnerung an dieses Ballett war wie so viele andere Erinnerungen nicht verblasst und stand noch klar und deutlich vor seinem inneren Auge.
Der russische Zar hatte damals eine Sonderaufführung zu seinem Geburtstag veranstalten lassen und da Lionel zu dieser Zeit gute Kontakte zum obersten Mann Russlands gepflegt hatte, hatte dieser auch seinem Diskusssions - und Schachpartner eine Einladung zukommen lassen. Inna hatte ihn zur Aufführung begleitet, denn die Einladung aus schwerem, nach Flieder duftenden Papier hatte ausdrücklich klargemacht, dass Begleitpersonen erwünscht waren.
Zu diesem Anlass hatte er sie nach stundenlangem Hickhack dann doch überreden können, ein eleganteres Kleid anzuziehen, ein wenig Schmuck anzulegen und sich die Haare von ihrem Mädchen machen zu lassen. Das Ergebnis hatte sich mehr als sehen lassen können: Der mitternachtsblaue Samtstoff des schlicht geschnittenen Kleides, das Innas sich schon wölbenden Bauch elegant kaschierte, mit zugeknöpftem Kragen hatte perfekt mit den kleinen Ohrringen, an denen kleine Saphire glitzerten, harmoniert und Innas goldenes Haar, das an diesem Abend kunstvoll geflochten und aufgesteckt war, zum Leuchten gebracht. Doch nicht nur der wunderbare Anblick seiner Geliebten war ihm von diesem Abend im Gedächtnis geblieben.
In Gedanken den Augenblick, in dem sich der schwere, dunkle Vorhang gehoben hatte, nochmals durchlebend, begann er zu sprechen.
"Die Handlung ist sehr umfangreich. Zu Beginn des Balletts werden, nachdem der Zorn des Himmels dargestellt wurde, zwei Tonstatuetten durch Prometheus zum Leben erweckt. Er nimmt sie mit auf den Parnass, den Wohnsitz Apollos und seiner Musen. Die Geschöpfe Prometheus' erhalten von den Musen Unterricht in Musik und Wissenschaft, um ihre grobe Natur und ihr Unverständniss gegenüber ihrem Schöpfer abzulegen. Das Experiment gelingt und die Geschöpfe zeigen Vernunft, Überlegungen und danken und preisen Prometheus. Dann erscheint Terpsichore, die Muse der Tanzkunst mit den Grazien, sie tanzt zusammen mit Bacchus, den Bacchanten und den beiden Geschöpfen. Doch dann lässt Melpomene, die Muse des Trauerspiels, die beiden glauben, Prometheus sei tot. Letztendlich lösen Thalia, die Muse des Lustspiels, und Pan die Verwirrungen auf und Faune, Götter und Musen feiern das große Finale."
Er endete und fügte dann mit einem leichten Lächeln hinzu : "Im Nachhinein scheint es mir eine recht einfache Handlung zu sein, doch während des Balletts selbst unterlag sogar der Zuschauer der von Melpomene gestifteten Verwirrung..."
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Beitrag  Natalja Nikolajewna Sa Aug 23, 2008 11:05 pm

Seine Stimme klang, als wäre in seiner Erinnerung das Ballet wieder lebendig geworden und das ließ sie innerlich aufatmen sowie Freude in ihr hoch steigen. Nur jemand, der von einem Stück beeindruckt worden war, konnte auf diese Art davon reden!
Und dass es ein Ballet gewesen war, gefiel ihr zusätzlich noch, obwohl sie dieses bisher nicht gekannt hatte. Denn Adrienne hatte lieber auf andere Stücke zurück gegriffen, vor allem den Schwanensee, da ihre Ziehtochter die Gruppe auf diese Weise am besten präsentieren konnte.
Darum hörte sie ihm auch aufmerksam zu, als er die Geschichte grob umriss. Auch wenn es ihr nicht gerade leicht fiel, diese fremd klingenden Namen auch wirklich auseinander halten zu können.
Dabei sah sie ihm die gesamte Zeit über in sein Gesicht, wenngleich es ihr nicht so leicht fiel. Zu tief wurzelte die Gewissheit in ihr, dass er von Adel war.
Das Lächeln jedoch verwirrte sie etwas. Es kam ihr bekannt vor, ohne dass ihr allerdings eingefallen wäre, woher. An sich selbst dachte sie natürlich am allerwenigsten, als dass sie in dieser Hinsicht einen Zusammenhang hätte herstellen können.
Ihre Augen funkelten, sie war in ihrem Element und konnte sich durchaus dieses Ballet vorstellen. Selbstverständlich nicht die Choreographie oder Kostüme, aber ihr war klar, dass es wahre Künstler gewesen sein mussten.
Das sprach sie auch aus, denn schweigen wäre unhöflich und unangebracht gewesen. "Die Tänzer scheinen Talent gehabt zu haben, so wie Sie davon erzählen. Und wo haben Sie dieses Ballet gesehen? Vielleicht kenne ich dieses Theater ja!"
Es war eine unschuldige Frage, denn sie glaubte kaum daran, dass es zutreffen würde. Sie kannte einige Opern- sowie Theaterhäuser, doch musste das nichts heißen.
"Sie sprachen außerdem davon, dass es Ihr erstes Stück dieser Weise gewesen war? Haben Sie danach noch andere besucht oder sagt Ihnen diese Art der Unterhaltung nicht zu?"
Etwas besseres fiel ihr spontan nicht ein, um heraus finden zu können, ob es sich lohnte, weiterhin über dieses Thema zu reden, oder ob sie nach einem anderen suchen sollte. Auch wenn sie vorläufig keine Ahnung hatte, welches das sein könnte.
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Beitrag  Lionel de Cherzny-Dinan So Aug 24, 2008 2:20 pm

Obwohl seine Tochter wesentlich kleiner war als Lionel, gelang es beiden erstaunlich rasch, ein mittleres Bewegungstempo zu finden, das beiden zusagte. Leise knirschte der helle Kies, mit dem die Parkwege bestreut waren, unter den Schuhen und dem den Boden berührenden Saum von Nataljas Kleid, der sicher auch schon einmal bessere Tage gesehen hatte. Allerdings schaffte sie es, selbst in diesem nicht sehr glamourösen Kleidungsstück Anmut und Würde zu bewahren und überstrahlte damit nicht wenige der Damen, die auf ihrem Heimweg den Weg von Vater und Tochter kreuzten. Ein farbloses und durchschnittliches Mädchen blieb nun einmal ein farbloses und durchschnittliches Mädchen, auch wenn man es in Samt, Seide und Diamanten einwickelte. Vermutlich sogar gerade dann, da die kostbaren Kleider den Kontrast zwischen den glänzenden, wie lebendig wirkenden Stoffen und Juwelen und dem leblosen, faden Menschen darin noch betonten. Bei Natalja wr es jedoch anders herum. Ihre Ausstrahlung verlieh auch den schlichten, abgetragenen Kleidern Glanz und übertünchte beiläufig die ausbesserungswürdigen Stellen des Gewandes.
Lionel hätte sie gerne in ebensolch feine Stoffe gekleidet, wie die vorbeihuschenden Damen trugen, doch er wusste, dass er ihr, als angeblich flüchtiger neuer Bekannter, nicht solche prunkvollen Geschenke machen konnte, ohne erneut ihr Misstrauen zu wecken. Er würde sich gedulden müssen und selbst dann war nicht sicher, ob sie, die ihrer Mutter so ähnlich war, die schönen Kleider überhaupt tragen würde oder ob sie nicht vielleicht doch seinen Hang dazu, sich stets mit feinen, wertvollen Dingen zu umgeben, geerbt hatte.
Doch wichtiger als Kleidung war ihm im Moment sowieso die Konversation mit Natalja.
"Oh ja, es handelte sich durchwegs um sehr begnadete Künstler. Ich bewunderte sie 1872 in Moskau, einer Einladung eines Freundes folgend.", erwiderte er und war sich im Klaren darüber, dass sie durchaus in der Lage sein konnte, seinen Aufenthalt in Moskau mit dem darauffolgenden jahr ihrer Geburt zu verknüpfen, doch er war sich sicher, dass sie es für einen lustigen Zufall halten würde.
"In Moskau war es mir leider nicht möglich, noch andere Stücke zu sehen, doch in den darauffolgenden Jahren besuchte ich mehrere Vorführungen, unter anderem in Wien und Florenz."
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Beitrag  Natalja Nikolajewna So Aug 24, 2008 3:33 pm

Überrascht blinzelte die Tänzerin.
Also war er in dem Jahr ihrer Geburt[OCC: vergiss net, sie wird 1890 18, nicht erst nächstes jahr ^^] in ihrer Heimat gewesen! Was für ein netter Zufall!
Ihr Lächeln bekam eine Spur mehr Wärme. "Dann haben Sie Moskau in einer sehr schönen Zeit erlebt, Monsieur. Und ich beglückwünsche Ihren Freund, der Ihnen einen schönen Abend geboten hatte."
Das meinte sie ehrlich, denn sie freute sich immer, wenn jemanden Ballet zusagte, der es bis dahin noch nicht gekannt hatte.
Ob ihm womöglich auch Schwanensee gefallen hätte? Nun, sollte er jemals wieder nach Moskau kommen und sie dann noch Kontakt zu ihm haben, könnte sie ihm mitteilen, wann sie das nächste Mal ihre Paraderolle tanzte. Das wäre wirklich schön!
Seine weiteren Worte verhinderten, dass sie in ihren Gedanken und Vorstellungen versank. "Sie waren in Wien? Eine schöne Stadt, nicht wahr? Die neue Oper am Ring finde ich bezaubernd! Von außen wirkt sie etwas... roh, die Fassade trifft nicht sonderlich meinen Geschmack, außer der Eingang. Aber innen drin ist sie einfach herrlich! Welches Stück haben sie denn darin gesehen? Die Bühne ist so schön groß, dass man wirklich Platz für alles hat!" Natalja wusste, dass sie ins Schwärmen geriet, was man ihrer Stimme wie dem Funkeln in ihren Augen ansah.
Wien hatte tatsächlich großen Eindruck auf sie gemacht. Selbstverständlich ließ es sich nicht mit ihrer Heimatstadt Moskau vergleichen, jedoch kam es nahe an diese heran.
Die Innenstadt mit dem imposanten Stephansdom und beinahe erschreckend engen Gässchen hatte sie ebenso begeistert, wie das außerhalb gelegene Schloss Schönbrunn, ein Miniatur-Versailles Österreichs. Natürlich, gegen den riesigen Katharinen-Palast erschien es schwindend klein und trotzdem war es hübsch anzusehen gewesen. Noch dazu hatte es einen Tiergarten dabei, den sie allerdings leider nicht hatte besuchen dürfen.
Der Prater hatte ihr hingegen nicht sonderlich gefallen. Er hatte sie zu sehr daran erinnert, aus welcher Schicht sie kam und in welcher sie ihr Leben lang bleiben würde.
Die Ringstraße aber war wie ein atemberaubender Traum gewesen. All diese neuen, herrlichen Gebäude! Manche weniger schön als anderer und trotzdem jedes unvergleichlich, ein Unikat!
Außerdem hatte Schwanensee, aufgeführt von Adriennes Gruppe, große Erfolge gefeiert, was bei dem verwöhnten Wiener Publikum nicht sehr leicht gewesen war. Selbst der Kaiser, in Begleitung seiner Freundin, der Schratt, wie sie dort gelernt hatte, war eines Abends in seiner Loge gesessen.
Er tat ihr leid, nachdem, was sie alles über seine Gemahlin gehört hatte. Außerdem hatte er im vorigen Jahr seinen einzigen Erben verloren, wobei dessen Tod noch immer alle möglichen Gerüchte hervor rief.
Doch damit hatte sie nichts zu tun und es ging sie im Prinzip auch nichts an. Dennoch bewunderte sie diesen alternden Mann, der dafür gesorgt hatte, dass der Ring überhaupt erst entstanden war!
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Beitrag  Lionel de Cherzny-Dinan So Aug 24, 2008 5:20 pm

Sie hatte wirklich Recht, er hatte damals eine sehr schöne Zeit in Moskau erlebt, doch nicht nur Innas wegen. Er hatte damals sehr viele Freunde gehabt, war in Moskau unter den zehn reichsten und angesehendsten Bürgern und hatte eine enge Bekanntschaft mit dem Zar gepflegt. Die nächtelangen Schachpartien waren ihm noch gut im Gedächtnis geblieben und nicht selten hatte sich der Regent während dieser Stunden mit seinem Freund über aktuelle Regierungsgeschäfte unterhalten und Lionel somit einen guten Einblick in die obersten Angelegenheiten Russlands gegeben. Auf die Verschwiegenheit und Diskretion des gebürtigen Franzosen hatte er sich dabei immer verlassen können.
Seiner Bekanntschaft mit dem Zar war auch seine überaus mächtige Stellung in einem der bedeutendsten russischen Bankunternehmen zu verdanken gewesen und er hatte sich zu gegebener Zeit damals angemessen revanchiert.
Auch Inna hatte die mächtige Freundschaft durchaus etwas gebracht. Nicht nur ihre Bildung und das Vermögen hatten zugenommen, sondern sie hatte auch verstehen gelernt, dass die Misere in den untersten Gesellschaftsschichten, die sie stets auf magelndes Interesse der Mächtigen und Reichen geschoben hatte, bekämpft wurde, auch wenn dies nur langsam von statten ging.
"Da stimmte ich Ihnen vollauf zu, Mademoiselle Nikolajewna. Haben Sie dort einmal getanzt..?", erkundigte er sich dann, die Zeiten von Moskau in seinen Gedanken wieder einmal mit der Gegenwart vertauschend.
Sie hatten mittlerweile ein gutes Stück zurückgelegt und das Ostufer des oberen Sees beinahe abgeschritten. Mittlerweile war es immer dunkler geworden und die einzigen Lichtquellen waren die Laternen, die beiderseits des Weges aufgestellt waren und schimmernde Lichtkegel auf das nun regungslos daliegende Wasser warfen.
Doch im gegensatz zu Wasser war es im Park wie immer nie ganz ruhig. Raschelnde Tiere, ein wenig des Stadtlärms, der von draußen in den Park drang, flüsternde Gespräche von im Gebüsch verborgenen Liebespaaren...
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Beitrag  Natalja Nikolajewna So Aug 24, 2008 5:39 pm

Ein verträumter Ausdruck trat in ihre Augen, das sich ebenso in ihrem Lächeln widerspiegelte. "Ja, vor ungefähr zwei Jahren hatte ich die Ehre in der Oper am Ring zu tanzen. Natürlich wieder in Schwanensee, das so erfolgreich war! Dabei gibt es von diesem Meisterwerk leider keine einheitliche Fassung, aber ich glaube, die unsere traf und trifft den Geschmack unseres Publikums sehr gut."
Sie verstummte und gab sich einen Moment lang der Erinnerung hin, an die verschiedenen, schönen und weniger schönen Opernsäle, gefüllt mit Menschen, die ihr begeistert Applaus spendeten.
Vielleicht wären sie nicht derart erfolgreich gewesen, hätte sie nicht die Hauptrolle getanzt, doch diese Eitelkeit war ihr nicht zu eigen. Darum sah sie es als die Leistung Adriennes und der gesamten Gruppe an, dass sie stets so gut aufgenommen wurden.
In diesen Herzschlägen war es still um sie herum, sodass auch sie nun deutlich das Flüstern hinter den Gebüschen wahrnehmen konnte. Und sie wusste auch um deren Bedeutung, obwohl sie dies selbst noch nicht getan hatte, geschweige denn den Drang dazu verspürte.
Die Röte schoss ihr brennend in die Wangen und sie fühlte sich wieder unbehaglich.
Hier schritt sie am Arm eines reichen Mannes und plauderte mit ihm scheinbar an einem Ort, der für Liebespärchen ideal war. Wie hatte sie das nur außer Acht lassen können!
Der Bois de Boulogne war vielleicht gut zum Spazierengehen, jedoch eindeutig nicht um diese Zeit!
Natalja schämte sich und es hätte nicht viel gefehlt, sie hätte ihren Arm hastig zurück gezogen.
Nein, zu dem würde sie sich nicht verleiten lassen, egal, welchen Stand und wieviel Vermögen Monsieur de Cherzny-Dinan besaß! Bei dem Herren Talib...
Nein, daran durfte sie gar nicht erst denken! Sie wollte es auch gar nicht.
Stattdessen musste sie sich rasch überlegen, wie sie diese verfängliche Situation ausflösen könnte.
Sollte sie ihm vorschlagen, wo anders hinzugehen? Das konnte sie nicht, zumindest noch nicht, immerhin war es ja ihre Idee am gestrigen Abend gewesen!
Was also lag sonst im Bereich des Möglichen?
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Beitrag  Lionel de Cherzny-Dinan So Aug 24, 2008 6:00 pm

Als plötzlich Geräusche aus den Büschen drangen, die nur einen Schluss auf die Aktivitäten ihrer Urheber zu ließen, spürte Lionel, wie Natalja sich an seinem Arm verkrampfte.
Innerlich seufzte er. Woher sollte sie auch wissen, dass seine Hintergründe, sich mit ihr zu treffen und zu unterhalten lediglich die eines neugierigen Vaters waren? Es war unheimlich schwierig, auf dem schmalen Grat des Kontaktes zwischen einem Mann wie ihm und einer unverheirateten Frau wie Natalja zu wandeln, erschwert noch zusätzlich dadurch, dass es ihm nur möglich war, das haus bei Nacht zu verlassen, zu wandeln, ohne abzustürzen. Er wollte sie auf keinen Fall verunsichern oder verängstigen, aber in ihm brannte die Neugier, mehr über seine Tochter herauszufinden, im Hinterkopf immer den Gedanken daran, dass er ihr früher oder später die Verwandschaft offenbaren musste.
"Mademoiselle, bitte verzeihen Sie, dass ich unser Gesprächsthema nicht weiter verfolge, doch ich vermute rechtzugehen in der Annahme, dass dieser Park von Stund an seinen ehrbaren Charakter zu verlieren scheint und schlage daher vor, vielleicht, wenn Sie Hunger oder Durst verspüren, eines der zahlreichen, nahen Cafés aufzusuchen..?"
Eine freundliche, aber zurückhaltende Miene zeigend, blickte er sie an und stellte erneut fest, dass die Ähnlichkeit zwischen ihr und Inna wirklich überwältigendend war. Scheinbar hatte sich seine Gene in dieser Frau nicht wirklich dominant durchgesetzt..
Was Lionel allerdings nicht bemerkte, war, dass es doch einige Ähnlichkeiten zwischen Natalja und ihm gab.
Das Lächeln, die Art der Mimik oder die Begeisterungsfähigkeit, die in Lionel über die letzen Jahre ein wenig eingeschlafen war, doch mit dem Erscheinen seiner Tochter begonnen hatte, sich wieder zu räkeln und wach zu werden.
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Beitrag  Natalja Nikolajewna So Aug 24, 2008 6:26 pm

Die Tänzerin konnte ein leises, erleichtertes Seufzen nicht vermeiden, als er ihre Gedanken erriet.
Es war aufbauend, dass von ihm selbst dieser Vorschlag kam, denn es zeugte davon, dass er das nicht von ihr erwartete. Zumindest noch nicht und sie hoffte, dass auch dabei blieb.
Darum fiel ihr ein Lächeln auch leichter, als sie ihm antwortete:"In der Tat wäre eine kleine Erfrischung nicht schlecht."
Allerdings durchkreuzte das verwurzelte Misstrauen ein weiteres Mal ihr Vorhaben. Denn sie hatte keine Ahnung, wohin sie gehen konnten, und das bedeutete, sie musste sich ihm, seiner Führung, noch mehr anvertrauen!
"Jedoch... wo befindet sich ein nahes, freundliches Café? Ich kenne mich hier leider nicht aus, Monsieur de Cherzny-Dinan." Sie hoffte, mit diesen Worten an sein adeliges Ehrgefühl appellieren, es ihm in Erinnerung rufen zu können, wenn sie seinen vollen Namen aussprach.
Warum nur war das Leben für sie so schwer? Gerne würde sie sich unbekümmert mit ihm unterhalten können, worübe auch immer, am liebsten natürlich endlos über Ballette.
Aber sie war jung, ledig und entstammte einer niedrigen Schicht, sodass sie keinerlei Schutz hatte, außer eben dieses Ehrgefühl. Das machte ihr verständlicherweise Angst, vor allem, wo sie alleine in Paris war und es kaum etwas bringen würde, wenn sie sich in die Herberge flüchtete. Zum Reden und Trösten hätte sie dann ja trotz allem niemanden!
So blieb ihr nur die Hoffnung, dass alles gut gehen würde.
Natalja zwang sich dazu, nicht daran zu denken, was ihr alles in einem Wald in Begleitung eines Mannes passieren konnte, denn sie durfte sich nichts anmerken lassen. Stattdessen lenkte sie sich lieber ab, indem sie im Geist noch einmal nachzählte, ob sie auch genügend Geld bei sich trug. Für eine Tasse Tee würde es bestimmt reichen.
Hoffentlich war der Kellner in diesem Café, das sie rasch finden wollte, da dort bestimmt auch mehr, anständige, Personen zugegen sein würden, nicht so wie der am gestrigen Tag.
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Beitrag  Lionel de Cherzny-Dinan So Aug 24, 2008 7:00 pm

Ihr schlanker Arm auf seinem sehr viel kräftigeren Unterarm schien sich bei seinen Worten wieder ein wenig zu entspannen, worüber er sehr froh war. Zudem verknüpfte sie ihre Antwort mit einem leichten Lächeln, was ihm auch wieder als ein gutes Zeichen erschien.
Einem Beobachter, weniger flüchtig denn aufmerksam, wäre vermutlich nicht die große Ähnlichkeit zwischen den beiden entgangen, als er ihr Lächeln erwiderte. Sowohl bei Vater, als auch bei Tochter ging das Lächeln nicht von den Lippen aus, sondern entstand in den Augen, dunkelblau beziehungsweise braun. Außerdem die Art, wie das Lächeln schließlich den Mund erreichte, war so gut wie identisch.
Den beiden allerdings fiel dies nicht auf, viel mehr war zumindest Lionel auf die Frage konzentriert, welches annehmbare Café, das möglichst keine Übereinstimmungen mit einer Spelunke aufweisen sollte, sich in der Nähe befand. Zudem war da ja noch das Problem mit der Uhrzeit. Welches achtbare Café hatte nach einundzwanzig Uhr noch nicht seine Tore geschlossen?
Auch Lionel konnte in solchen Fragen auf keinen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen, denn als Vampir suchte er nur äußerst selten Einrichtungen, die Ess - oder Trinkbares anboten, auf. Denn um so etwas zu sich nehmen zu können, hätte er vorher seinen eigentlichen Hunger restlos stillen müssen und dies verhinderte er, wo es nur ging.
Auch an diesem Abend würde er sich darauf beschränkte, Natalja beim Essen und/oder Trinken zuzusehen, denn was wäre der Aufgabe ihres Misstrauens weniger zuträglich, als ein Begleiter, der auf dem Weg zum Café rasch einem Passanten das Blut aussaugte? Wohl nur sehr wenige Dinge konnten auf Menschen furchteinflößender wirken.
"Ganz in der Nähe befindet sich ein Restaurant, das auch um diese Tageszeit noch hervorragende Speisen und Getränke serviert.", erwiderte er dann, seinem Einfall folgend.
Er hatte das Restaurant einmal besuchen müssen, als ihm einer seiner wichtigsten ausländischen Geschäftspartnter aufgesucht hatte und war der Ansicht gewesen, dass die Gerichte selbst für einen Vampir, mit einem anderen Geschmack, sehr genießbar waren und dementsprechend Menschen köstlich munden mussten.
Nur wenige Schritte trennten sie noch von einem der zahlreichen Tore, die den Park mit der Außenwelt Paris verbanden.
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Beitrag  Natalja Nikolajewna So Aug 24, 2008 7:13 pm

Erleichterung stieg in ihr hoch, als sie sich dem Tor näherten. Danach würde die Stadt wieder beginnen und das bedeutete auch, dass ihnen wieder stets annehmbare Personen begegnen konnten.
Also würde er vorläufig nichts tun, was unschicklich sowie gegen ihren Willen gewesen wäre.
Darum war ihr Lächeln eindeutig erneut entspannt, als sie ihn ansah bei ihrer Erwiderung. "Nun, dann vertraue ich auf Ihren Geschmack und bin neugierig auf dieses empfohlene Restaurant!"
Das meinte sie auch ehrlich, nur ahnte sie jetzt schon, dass dort wirklich nichts weiter als einen günstigen Tee würde trinken können. Zwar hätte ihr eine kleine Speise vielleicht auch zugesagt, aber das wollte sie nicht. Schließlich verdiente sie im Moment nichts und wusste auch noch nicht, wie lange sie mit ihrem Ersparten auskommen musste.
Darum sparte sie immer, solange es ihr möglich war. Sie ging immer zur selben Bäckerei, die günstig und in der Nähe der Herberge lag, um sich dort ihr Essen zu kaufen. Ähnlich hielt sie es mit dem Trinken.
Was dafür sorgte, dass sie sich relativ gut hielt und noch keine Sorgen diesbezüglich hatte.
Ihre Gedanken schweiften ab und sie fragte sich, was ihr Begleiter wohl bestellen würde. Welches Getränk, eventuell ebenfalls ein Gericht?
Und würde er sie einladen, was sie natürlich abschlagen würde, oder er seine Galanterie vergessen und es als selbstverständlich nehmen, dass sie für sich selbst aufkam?
Über was könnten sie sprechen? Moment, er hatte ihr Thema vorhin unterbrochen, ehe sie es vollkommen ausgeschöpft hatten. Das war es!
Mit neu erwachtem Mut nahm sie den Faden von vorhin wieder auf. "Welche Aufführung, oder waren es mehrere, hatten sie in Wien besucht? Waren sie dabei in dem neuen Opernhaus am Ring oder in einem anderen?"
Sie hoffte, damit nicht nur ihre sämtlichen Gedanken zu verdecken, sondern auch die aufgeflackerte Angst in ihr, als sie vor wenigen Minuten noch diese eindeutigen Geräusche vernommen hatte.

Tbc - Fortsetzung: Nächtliche Begegnungen
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